Rheuma

Die Wirbelsäule kann nicht von Rheuma betroffen sein, da diese Erkrankung Gelenke und Muskeln betrifft. Es gibt jedoch eine spezielle Erkrankung namens Morbus Bechterew, welche die Wirbelsäule betrifft, und den rheumatischen Erkrankungen zugehörig ist. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer chronischen Entzündungsreaktion an der Wirbelsäule, die im Verlauf auch zu einer Versteifung und einer Verknöcherung führen kann. Die Betroffenen werden immer unbeweglicher, teilweise droht sogar die Invalidität.

Wie bei vielen rheumatischen Erkrankungen, treten auch bei dieser Form in gewissen Abständen Schübe auf, bei denen der Patient, vor allem nachts, starke Rückenschmerzen hat. In den meisten Fällen beginnen die Schmerzen im unteren Bereich der Wirbelsäule, in den Darmbeinfugen. Die Schmerzen sind manchmal beidseitig, häufig auch nur auf einer Seite, und können in die Beine ausstrahlen.

Bei den Ursachen für diese Erkrankung sind sich Ärzte und Wissenschaftler noch nicht einig, es werden jedoch genetische Faktoren und eine überschießende Reaktion des Immunsystemes angenommen. Je früher eine Therapie eingeleitet werden kann, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Anhaltende Rückenschmerzen mit morgendlicher Steifigkeit sollten immer ein Grund sein, den Arzt aufzusuchen. Bei Bewegung werden die Schmerzen meistens besser, bei vielen Patienten zeigt sich auch eine Entzündung der Regenbogenhaut des Auges.

Die Diagnose Rheuma erfolgt dann durch eine Röntgenaufnahme, genaueren Aufschluss gibt eine Kernspintomographie. Auch die Blutuntersuchung wird deutlich zeigen, dass im Körper ein Entzündungsprozess stattfindet. Akute Entzündungen müssen mit kortisonhaltigen Präparaten behandelt werden, in vielen Fällen schlagen die Medikamente jedoch nicht gut an. Zusätzlich kann Physiotherapie sehr hilfreich sein, auch muss auf eine ausreichende Entspannung der Rückenmuskulatur geachtet werden. Der Arzt kann auch spezielle Anti-Rheumatika verschreiben, bei starken Schmerzen können vorübergehend auch Schmerzmittel zum Einsatz kommen.

Die Physiotherapie leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Wirbelkörper beweglich bleiben, und später nicht versteifen. Momentan wird eine neue Therapieform mit biotechnologisch hergestellten Mitteln angegangen, die Ergebnisse sind recht vielversprechend. Auch Massagen, Infrarotbestrahlungen, Atemtherapie oder Kältebehandlungen können die Beschwerden der Patienten lindern.