ISG Blockierungen

Durch das Iliosacralgelenk, abgekürzt ISG, werden Kreuzbein und Darmbeine miteinander zum Beckenring verbunden. Durch straffe Bandverbindungen ist eine hohe Stabilität gewährleistet; gleichzeitig sind nur minimale Bewegungen möglich und keine aktiven Gelenkbewegungen.

Ursachen für Beschwerden im ISG-Gelenk

Einmal können funktionelle Störungen auftreten im Rahmen einer Blockierung, das bedeutet, das Gelenk ist ausgerenkt. Meist passiert das durch ein Verhebetrauma oder beim Übersehen einer Treppenstufe, wenn man ins Leere tritt. Auch bei anderen Erkrankungen der LWS ist eine Blockierung als Begleiterscheinung möglich. Schmerzen treten dabei verstärkt im unteren LWS-Bereich auf, meist einseitig und stärker nach längerer Sitzposition oder wenn das Bein angehoben wird (Treppensteigen, Hose anziehen). Die Beschwerden können auch ins Gesäß oder die Rückseite des Oberschenkels ausstrahlen.

Behandlung

Chirotherapeuten oder Chiropraktiker mit Ausbildung in manueller Therapie können diese Blockierungen herausfinden und manualtherapeutisch beheben. Zusätzlich ist Krankengymnastik zur Stabilisierung und Kräftigung der Muskulatur sinnvoll. Starke Beschwerden machen eine medikamentöse Therapie mit Medikamenten gegen die Schmerzen erforderlich. Weiterhin führt eine physikalische Interferenz-Strom-Therapie oder eine Ultraschallbehandlung im Kombination mit Medikamenten zur Linderung der Beschwerden. Hypermobile (überbewegliche) Patienten mit schwachem Bindegewebe neigen zur Überlastung der Bänder innerhalb der Beckenstrukturen. Hierbei kommt es zu Problemen nach längerem Stehen oder Liegen. Auch hier sorgt die Krankengymnastik für eine Muskel-Stabilisierung.

Eine weitere Ursache für eine ISG-Blockierung kann degenerativer Natur sein (Arthrose). Dabei kommt es zu Verschleißerscheinungen, oft nach traumatischen Ereignissen, wie Bänderriss oder Beckenbruch. Auch hier bringen krankengymnastische Übungen, physikalische und manchmal auch eine Spritzenbehandlung der betroffenen Gebiete Linderung.

Ort sind auch entzündliche Veränderungen (Rheuma) die Ursache für die ISG-Blockierung als Begleiterscheinung zum Wirbelsäulenbefall durch die rheumatische Erkrankung. Vor allem beim Morbus Bechterew kommt es zu einer mittels Röntgenaufnahme nachweisbaren Veränderung im ISG. Später wird das Gelenk dann überbrückt oder steif. Begleiterkrankungen von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind auch Schuppenflechte, Allergien, Virus- oder bakterielle Krankheiten oder Erkrankungen des Verdauungstraktes (Magen-Darm).

Symptome und diagnostische/therapeutische Möglichkeiten

Im Anfangsstadium unterscheiden sich die Beschwerden bei einer ISG-Blockierung nicht wesentlich von den Schmerzen bei anderen Rückenleiden. Die Schmerzen sind tief lokalisiert und ziehend, aber nicht sofort einer ISG-Blockierung zuordenbar.

Neben einer Blutuntersuchung bringen Röntgenbilder, Computertomografie oder Knochenszintigramme Aufschluss, da sie entzündliche Veränderungen an Knochen und Gelenken darstellen können. Trotzdem dauert es meist Monate oder manchmal Jahre, ehe die Beschwerden vollständig diagnostiziert sind. Dann erfolgt eine Behandlung der Grunderkrankung mit Medikamenten, die gegen die Entzündung wirken. Auch hier ist dann wieder die physikalische krankengymnastische physiotherapeutische Behandlung die beste Therapiemöglichkeit.

Vorbeugung

Eine stabile, kräftige Muskulatur im Bauch- und Rückenbereich ist eine Voraussetzung für die Vermeidung einer ISG-Blockade. Das Tragen spezieller Bandagen oder Stützmieder kann bei Dauerarbeiten Erleichterung bringen, falls die Krankengymnastik nicht genug Linderung bringt.