Schleudertrauma

Ursache

Von einem Schleudertrauma spricht man umgangssprachlich, wenn – beispielsweise nach einem Verkehrsunfall - die Weichteile der Halswirbelsäule verletzt wurden. Medizinisch korrekt heißt diese Erkrankung „Beschleunigungsverletzung“. Die Weichteile werden dabei plötzlich gebeugt und überstreckt, daher die Bezeichnung Peitschenhiebverletzung oder Peitschenschlagsyndrom. Aber auch Halswirbelsäulen-Distorsion ist ein korrekter weiterer Begriff für das Schleudertrauma. Neben einem Auffahrunfall kommen auch Sportunfälle (Judo, Boxen, Karate) als Ursache für ein Schleudertrauma infrage.

Symptomatik

Hals- und Nackenbereich sind dabei betroffen und werden geschädigt. Möglich ist das im Bereich von Muskulatur oder Bandscheiben, Bandapparat, Gefäßen oder sogar im Rückenmarksbereich. Dabei verspannt sich die Hals- und Nackenmuskulatur mit starken Schmerzen. Bei schweren Fällen kommt es zu einer Instabilität am Übergang zwischen Kopf und Hals oder zu Gelenkakapselrissen. Länger andauernde Beschwerden neigen dazu, chronisch zu werden.

Anzeichen eines Schleuder-traumas sind Schwindel, Benommenheit, Hör- und Sehstörung mit Einschränkungen des Gesichtsfeldes, stechende oder brennende Kopfschmerzen im Gesichtsbereich, Störungen von Aufmerksamkeit und Desorientierung, rasche Erschöpfung und Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, Gefühle von Schwäche und Kraftlosigkeit, Schmerzen oder Gefühlsbeeinträchtigungen in Armen und Gesicht, Unsicherheiten im Gang oder Störungen der Muskelfunktion bis hin zu krampfartigen Lähmungserscheinungen (Spasmen). Manchmal treten aber diese Symptome überhaupt nicht auf und trotzdem ist es ratsam, nach einem Auffahrunfall unbedingt einen Spezialisten aufzusuchen, der eine Wirbelkörperverletzung oder ein Schädel-Hirn-Trauma ausschließen kann.

Diagnostik

Bei Rissen oder Überdehnungen am Übergang zwischen Kopf und Hals treten starke Schmerzen auf. Durch Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen können Erkrankungen im Rahmen eines HWS-Schleudertraumas nicht richtig diagnostiziert werden, da sich keine Halswirbelveränderungen im betroffenen Abschnitt zeigen. Auch mittels Computertomografie oder Kernspintomografie lassen sich Schleudertraumen nicht korrekt nachweisen. Hier müssen Funktionsaufnahmen her, die die Fehlfunktion der Wirbelsäule nach einem Schleudertrauma zeigen.

Therapiemöglichkeiten

Die Schonung der HWS (Tragen einer Halskrause) verzögert die Heilung laut neusten Studien. Effektiv gegen die Beschwerden sind krankengymnastische spezielle Übungen in einer Phystiotherapie, die so schnell wie möglich (2-3 Tage nach dem Unfall) begonnen werden sollten, nachdem der behandelnde Arzt zu Rate gezogen wurde. Linderung verschafft auch die manuelle Craniosacraltherapie. Dabei wird mit sanften und dennoch wirkungsvollen Griffen der Kreislauf aktiviert. Rückenmarks- und Gehirn-Nährflüssigkeit werden angeregt und der Bewegungsapparat, besonders die Wirbelsäule, wird entspannt und gleichzeitig mobilisiert. Diese Behandlung ist effektiver als die Gabe von Schmerzmitteln. Zur Behandlung der psychogenen Beschwerden nach einem traumatischen Erlebnis (Unfall) bewährte sich die speizielle Somatic Experiencing-Traumatherapie, wobei der Patient sich das Erlebte bewusst macht. Lediglich bei einer Instabilität im Kopf-Hals-Übergangsbereich hilft letztendlich nur eine operative Stabilisierung der Wirbelsäule.