Mb. Scheuermann

Der Morbus Scheuermann ist eine Erkrankung der Wirbelsäule, die sich bereits während der Wachstumsphase ausbildet. Männliche Jugendliche sind wesentlich häufiger von dieser Störung betroffen als weibliche. Die Wirbelkörper sind in ihrem Wachstum gestört, es bilden sich so genannte Keilwirbel, was dann zu dem typischen Rundrücken im Bereich der Brustwirbelsäule führt.

Die Ausbildung eines solchen Rundrückens ist meistens der erste Anhaltspunkt dafür, dass ein Morbus Scheuermann vorliegt. Der Arzt wird dann eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule machen, um diesen Verdacht zu bestätigen und das genaue Ausmaß feststellen zu können. Der Jugendliche wird in der Regel noch keine Beschwerden wie Schmerzen haben, denn dies tritt meistens erst im fortgeschrittenen Alter auf. Viele Menschen sind davon betroffen, doch die meisten wissen es noch nicht einmal, rund 30 Prozent der Bevölkerung soll betroffen sein. Bei Jugendlichen stellt der Morbus Scheuermann die am häufigsten festgestellte Veränderung der Wirbelsäule dar.

Für die Entstehung des Morbus Scheuermann kommen mehrere Ursachen in Frage, teilweise liegen auch mehrere vor, welche die Veränderung dann noch verstärken. In vielen Fällen liegt eine erbliche Komponente vor, da die Erkrankung in einzelnen Familien gehäuft vorkommt. Dazu können noch hormonelle Ursachen kommen, aber auch äußere Einflüsse wie eine schlechte Körperhaltung und Fehlbelastungen.

Beim Morbus Scheuermann ist die Entwicklung der Deck- und Grundplatten der Wirbelkörper gestört. Im Vergleich zur Hinterkante, ist das Wachstum der Vorderseite des Wirbels eingeschränkt. Auf diese Weise entwickeln die einzelnen Wirbelkörper die Form eines Keiles, so dass sich die Brustwirbelsäule verformt und ein mehr oder weniger stark ausgeprägter Rundrücken entsteht. Auch die Zwischenräume zwischen den einzelnen Wirbelkörpern sind schmäler, da sich das Bandscheibengewebe verlagert hat.

In wenigen Fällen kann der Morbus Scheuermann auch die Lendenwirbelsäule betreffen, dann entsteht ein so genannter Flachrücken. Im fortgeschrittenen Alter können Schmerzen auftreten und eine verstärkte Abnutzung der knöchernen Strukturen. Eine Therapie kann nur während der Wachstumsphase durch Krankengymnastik erfolgen. Im Erwachsenenalter kann nur noch ein operativer Eingriff dem Patienten Linderung verschaffen.