Schulter-Arm Syndrom

Es handelt sich dabei um einen Sammelbegriff. Wenn Schmerzen von der Halswirbelsäule ausgehen und in den Arm einstrahlen, so spricht der Mediziner oft von einem Cervicobrachialsyndrom. Dabei kann ein Reizzustand der Nervenwurzel ohne ihre Schädigung genauso gemeint sein, wie eine Beschwerdesymptomatik mit Lähmungstendenzen oder Unterschieden bzw. Ausfällen der Reflexe in der Reflexprüfung.

Meist sieht man den Patienten an, wenn sie starke Störungen in der Beweglichkeit, Fehl- oder Schonhaltungen aufweisen. Eine Beweglichkeitsprüfung zeigt die Blockaden einzelner Segmente bei verspannter und geschwollener Muskulatur. Zum Ausschluss von Brüchen, Tumoren oder Metastasen ist eine Röntgendiagnostik sinnvoll. Wenn die neurologische Untersuchung hinsichtlich Nervenschäden ohne Befund ist, kann ein Computertomogramm oder ein Kernspin entfallen.

Ursachen

Häufigste Ursache sind Störungen in der HWS-Funktion, z. B. Blockierungen, Reizzustände mit Schmerzausstrahlung in den Arm. Die Nervenwurzeln sind dabei nicht betroffen. Wenn Blockaden oft auftreten, kann eine chronische Ursache dahinter stecken, z. B. Instabilität der Segmente durch häufige chirotherapeutische Behandlung (Einrenken).

Auch Verschleißerscheinungen und Begleiterkrankungen (Spondylosen, Arthrosen) können zu Reizzuständen an einer Nervenwurzel führen. Dabei kommt es anfangs zu Haut- und Missempfindungen, wobei z. B. eine Berührung schmerzhaft ist oder der Arm temperaturverändert (kalt oder heiß) empfunden wird. Ameisenlaufen, Einschlafen usw. sind ähnliche Empfindungsstörungen. Wenn keine direkte Zuordnung zu einer Fehlfunktion in der Nervenversorgung gefunden werden kann, nennt man das „pseudoradikuläre Symptomatik“.

Zu den ernstzunehmenden Wurzelschäden (radikuläre Symptomatik) gehören u. a. Die Bandscheibenvorfälle. Hier kommt es zu Lähmungserscheinungen, schwachen oder fehlenden Muskeldehnungsreflexen.

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Ursache und Schwere der Erkrankung bieten sich als medikamentöse Behandlung Schmerzmittel und Mittel zur Muskelentspannung an. Injektionen in den betroffenen Bereich können eine rasche und andauernde Linderung der Beschwerden bringen, bessere Ergebnisse erzielt die Akupunktur.

Wie bei allen Wirbelsäulenerkrankkungen ist auch hier die physiotherapeutische krankengymnatische Muskelstabilisierung. Eine chirotherapeutische Anwendung ist aber kontraindiziert! (kein Einrenken!) Vor der Physiotherapie sollte jedoch eine ausreichende Linderung der Beschwerden gesorgt werden, damit die Belastung der Wirbelsäule die Schmerzen im Akutzustand nicht unerträglich macht. Die Behandlung der muskulären Triggerpunkte mit manueller Therapie oder einem niederfrequenten Ultraschall.

Wärme, z. B. finnische (Heißluft-)Saune ist – eventuell in Verbindung mit Massagen – sehr wirksam. Das Tragen von stabilisierenden Kragen schwächt hingegen die Muskulatur und die Beschwerden können sich auf Dauer eher verschlechtern. Zu Operationen im Bandscheibenbereich wird nur dann geraten, wenn die Nervenversorgung schwerwiegend betroffen ist, denn es ist nicht garantiert, dass danach die Beschwerden weg sind.